Mit rd. 260.000 Euro EU-Fördermitteln können fünf Projekte mit einer Gesamtinvestitionssumme in Höhe von ca. 1,3 Mio. Euro aus der Region in die Umsetzung gehen. In einer weiteren Vergaberunde des EU-Förderprogrammes LEADER konnten sich von März bis Mai Vorhaben um die Gelder bewerben. Auf der Sitzung des Auswahlausschusses am 29. Juni in Kürnbach stellten die sechs Bewerber ihre Förderprojekte vor und warben für ihr Vorhaben. Das Auswahlgremium, bestehend aus 33 gewählten Repräsentanten aus der Region, beurteilte anschließend die Vorhaben und machte für fünf Projekte den Weg für eine Förderung aus dem LEADER-Topf frei. Ein Vorhaben konnte die qualitativen Ansprüche für ein LEADER-Förderprojekt aus Sicht des Gremiums nicht erfüllen. Die Bandbreite der Projekte war groß: Neben dem Umbau der alten Bahnhofsgaststätte in Kraichtal-Gochsheim zu einer Event-Location ging es um die Markteinführung einer „Kraichgau-Apfelsaftschorle“ oder die Reaktivierung eines Brunnens in Eppingen-Kleingartach. „Diese Auswahlrunde zeigt, was mit LEADER alles möglich ist“, so die Vorsitzende Sarina Pfründer. „Alle Vorhaben haben eines gemeinsam: Alle leisten einen Beitrag zur Attraktivität des Kraichgaus und bringen die Region weiter voran.“ Sie möchte für das Förderprogramm weiter werben, denn es sind noch ausreichend Fördergelder vorhanden, um zahlreiche weitere Ideen zu unterstützen. Alle Projekte müssen im Aktionsgebiet von LEADER Kraichgau liegen, mindestens einem der Handlungsfelder zuzuordnen sein, auf einem realistischen Zeitplan beruhen und nach der Förderung weiter tragfähig sein. Bewertet wird beispielsweise, inwieweit ein Projekt einen besonderen Nutzen für die Region hat, einen Beitrag zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung leistet oder wie innovativ das Vorhaben ist. Anhand der verschiedenen Kriterien werden Punkte vergeben und am Ende addiert; so entsteht eine Rangfolge für die Verteilung der Fördergelder.

Wer Fragen zur LEADER-Förderung hat, kann sich jederzeit an die Geschäftsstelle von LEADER Kraichgau in Angelbachtal wenden.

Die ausgewählten Projekte im Einzelnen:

Entwicklung einer Regionalmarke „Kraichgau-Streuobst“ und Einführung des Produktes einer „Kraichgau-Schorle“:
Das geplante Vorhaben umfasst den Aufbau einer sogenannten Aufpreisinitiative für das gesamte LEADER-Gebiet Kraichgau sowie die Markteinführung und Erstvermarktung eines ersten Produktes, einer naturtrüben Apfelsaft-Schorle (Arbeitstitel Kraichgauschorle). Mit der Maßnahme soll die Pflege und Bewirtschaftung der Streuobstwiesen unterstützt und entsprechend entlohnt werden. Ziel ist die Sensibilisierung für den Wert der Wiesen und ein Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. Das Vorhaben wird durch ein Projektkonsortium unter der Federführung der Streuobstinitiative Karlsruhe e.V. umgesetzt.

Berthold 57: In der Berthold-Bott-Str. 57 in Kraichtal-Gochsheim war die einstige Bahnhofswirtschaft untergebracht. Heute ist Ruhe in die einst belebte Gaststätte mit Herberge, Metzgerei und Viehzucht eingekehrt. Vor kurzem Stand das Gebäude kurz vor dem Abriss, mittlerweile ist es denkmalgeschützt. Die Projektträgerin erwarb das Gebäude und will es zu einer Eventlocation mit Ferienwohnungen, Anlaufstelle für den Tourismus, Ort für private-, geschäftliche und gesellschaftliche Anlässe und Wirkungsstätte für engagierte Bürger/Ehrenamtler, Vereine und Jugendliche umbauen.

Burg Ravensburg; Erhalt und Verbesserung der touristischen Attraktivität: Um die touristische Attraktivität der Ravensburg in Sulzfeld als Wahrzeichen des Kraichgaus zu erhöhen sind Maßnahmen zur Erhaltung notwendig. Dazu sind insbesondere der Bergfried, die Toreinfahrt, die Traukapelle und das gesamte Mauerwerk zu sanieren. Es ist geplant, einen Kinderspielplatz anzulegen. Die privaten Eigentümer stellen die Ravensburg vollumfänglich der öffentlichen Nutzung mit Restaurant und Außenstelle des Standesamtes zur Verfügung.  

Tiefgarage Schloss Amalienhof: Der Amalienhof ist in der Deutschen Denkmalliste als „Barockes Landschloss mit englischem Landschaftsgarten“ eingetragen und als baukulturelles Anwesen für die Region von Bedeutung. Die Gesamtanlage bestehend aus mehreren Gebäuden und ehemaligen Stallungen wird Schritt für Schritt renoviert und nachhaltigen, größtenteils gewerblichen Nutzungen zugeführt. Ziel ist es, den Amalienhof seiner wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung entsprechend, zukunftstauglich zu machen. Hierfür soll als weiterer Baustein, am zentralen Zugangspunkt, eine begrünte Tiefgarage mit 16 Stellplätzen errichtet werden. Diese Baumaßnahme soll vorbildhaft die Schaffung von Parkraum im engen örtlichen Zentrum ohne Beeinträchtigung des Ortsbildes und im Einklang mit dem Denkmalschutz aufzeigen.

Reaktivierung der historischen Brunnenanlage Kleingartach: Bei öffentlichen Straßenarbeiten ist ein Brunnenrund vor dem Kleingartacher Rathaus entdeckt worden. Es erfolgte eine Einmessung und wurde verschlossen. Der Heimatverein Kleingartach e.V. hat dies zum Anlass genommen und eine intensive Recherche zu diesem ehemaligen Brunnen erstellt. Dabei konnten alte Dokumente entdeckt werden, die einen Rathausbrunnen mit einer männlichen Figur mit Fahne, Schwert und Schild zeigen. Nun soll das vergessene Kleindenkmal durch die Stadt Eppingen wieder zu neuem Leben erweckt und reaktiviert werden.

Am 29. Juni fand in der badischen Kelter in Kürnbach die jährliche Mitgliederversammlung des Trägervereins Regionalentwicklung Kraichgau statt, zu der zahlreiche Mitglieder den Weg in das Schwarzrieslingdorf gefunden hatten. Wie üblich stand der Jahresabschluss und Wirtschaftsbericht im Fokus des Treffens. Der Vorstand und Kassenprüfer wurde nach einem Bericht der Rechnungsprüfer einstimmig entlastet. Turnusgemäß waren die Wahlen für den Vorstand auf der Tagesordnung. Auf eigenen Wunsch traten Bettina Hartlieb aus Kraichtal und Heike Bastian aus Sinsheim aus Zeitgründen nicht mehr zur Wahl als Beisitzerin an. Die Mitglieder bestätigten Sulzfelds Bürgermeisterin Sarina Pfründer als Vorsitzende, ebenso die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Bürgermeister Frank Werner aus Angelbachtal und Hans-Jürgen Moos aus Meckesheim. Schatzmeister Hans-Jürgen Langguth (Sulzfeld) wurde wiedergewählt, ebenso wie Beisitzer Alexander Becker (Angelbachtal). Neu im siebenköpfigen Vorstand sind die Beisitzerinnen Sybille Würfel, Bürgermeisterin der Gemeinde Malsch und Anke Schellenberger aus Kürnbach. Neben dem Vorstand wurden weitere Mitglieder des Auswahlgremiums gewählt. Dieses ist für die Auswahl der Förderprojekte zuständig und umfasst 33 Personen aus der Mitte des Vereins. Neu in diesem wichtigen Gremium sind Jutta Rietschel (Waibstadt) sowie die beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder Bettina Hartlieb und Heike Bastian, die sich weiterhin für den Verein engagieren wollen. Die Tagesordnung sah auch einen Bericht über die Aktivitäten im Jahr 2016 und "Neues aus der LEADER-Geschäftsstelle" vor. Dabei wurde deutlich, dass seit der Auswahl als LEADER-Region bereits zahlreiche Impulse durch die Vereinsarbeit gesetzt werden konnten. Insgesamt wurden bislang 16 Projekte aus der Region für eine LEADER-Förderung ausgewählt und damit wurden Investitionen in Höhe von ca. 3,2 Mio. Euro im Kraichgau angestoßen. Der Austausch auf den Arbeitsgruppentreffen und die Vernetzung der Akteure haben weitere Synergieeffekte nach sich gezogen, die in vielen Bereichen bereits zu einer verbesserten Zusammenarbeit, Wertschöpfung oder der Ausarbeitung von Ideen beigetragen haben.

Am 26. Juni kamen die Mitglieder des LEADER-Bewertungsausschusses förmlich zur Einrichtung des Gremiums im Landratsamt in Mosbach zusammen. Projektträger der drei LEADER-Regionen Badisch Franken, Neckartal-Odenwald aktiv und Kraichgau können nun auch für Projekte mit ungewöhnlichen Kostenpositionen eine Förderung erhalten.

Eine der Bedingungen für eine attraktive LEADER-Förderung ist eine plausible Darstellung der Projektkosten. Dies geschieht üblicherweise auf Grundlage des Vergleichs verschiedener Angebote oder eines Vergabeverfahrens. In Einzelfällen können aufgrund der Individualität der Projekte (z.B. Kunstobjekte oder Sonderbauleistungen mit ausgewiesener Fachexpertise) keine drei Angebote vorgelegt werden. Die Kosten können somit nicht im Regelverfahren plausibilisiert werden. Bislang konnte für diese Kosten keine Förderung ermöglicht werden. Hier haben die drei LEADER-Regionen Badisch Franken, Neckartal-Odenwald aktiv und Kraichgau nun gemeinsam Abhilfe geschaffen. Der Neckar-Odenwald-Kreis hat für die drei Regionen einen Bewertungsausschuss eingerichtet. Diesem Bewertungsausschuss gehören elf ausgewiesene Experten aus den Bereichen „Bau- und Planungsleistungen“ sowie „Kunst und Kultur“ an. Sie wurden auf der letzten Sitzung des Kreistags in das neue Gremium berufen. Im Bedarfsfall kommen die Experten aus den Teilausschüssen zusammen. Sie entscheiden, ob die vom Projektträger veranschlagten Kosten realistisch, angemessen und wirtschaftlich sind. Bei positivem Votum können die Bewilligungsstellen des Landes die Kosten anerkennen und dem Projektträger eine entsprechende Förderung genehmigen. Damit wurde eine weitere Lücke im Bewilligungsverfahren geschlossen; zusätzliche Gelder können ausgezahlt werden.

Herzlichen Dank an die Experten des Bewertungsausschusses.

Es ist wieder soweit: Am Donnerstag, den 29. Juni stellen sich weitere Projekte aus dem Kraichgau dem Urteil des Auswahlausschusses und hoffen sich als LEADER-Förderprojekt zu qualifizieren. Der fünfte Projektaufruf der LEADER Aktionsgruppe Kraichgau lief von März bis Mitte Mai. In diesem Zeitraum gingen bei der LEADER-Geschäftsstelle sechs Bewerbungen um die ausgeschriebene Fördermitteltranche in Höhe von 400.000 Euro ein. Unter den Bewerbungen befinden sich private Vorhaben aus Kraichtal-Gochsheim und Sulzfeld. Mit Eppingen und Eschelbronn haben zwei Kommunen Bewerbungen für gemeinnützige Vorhaben eingereicht. Eine Projektbewerbung hat die verbesserte Wertschöpfung von Streuobst aus dem Kraichgau zum Inhalt. Die Projekte werden nun vom gewählten Auswahlauschuss gesichtet und im Rahmen der Sitzung am Donnerstag, den 29. Juni um 18 Uhr in der Badischen Kelter in Kürnbach bewertet. Dort stellen die Projektträger ihre Vorhaben vor und warten gespannt auf das Ergebnis der Einordnung des Vorhabens auf der Bewertungsskala. So werden die Projekte identifiziert, die sich für eine Förderung qualifizieren und einen offiziellen Förderantrag bei den Landesbehörden stellen dürfen. Die Bilanz bislang: Elf Projekte mit einem Investitionsvolumen von 1,9 Mio. Euro wurden bereits für die Unterstützung mit LEADER-Fördergeldern ausgewählt. Davon sind bislang fünf bewilligt und in der Umsetzung. Die Weiteren befinden sich gerade im Antragsverfahren bei den Bewilligungsbehörden des Landes.

Zuvor findet bereits ab 17 Uhr am gleichen Ort die Mitgliederversammlung des Trägervereins Regionalentwicklung Kraichgau e.V. statt. Dort steht u.a. die turnusgemäße Vorstandswahl auf der Tagesordnung und der Jahresbericht wird verabschiedet. Mitglied kann jeder werden, der sich für die Region interessiert und sich entweder in der Auswahl der Förderprojekte, in der Begleitung des Entwicklungsprozesses oder mit neuen Ideen für die Zukunft einbringen möchte. Der Verein hat sich als Plattform zum Austausch bewährt. Mit einem starken Regionalverein kann einiges bewegt werden - kommen Sie auf uns zu!

Beide Veranstaltungen sind öffentlich und Interessierte sind herzlich dazu eingeladen den LEADER-Prozess in der Region zu begleiten.

Vorgeschlagene Tagesordnung der Mitgliederversammlung am 29.06.2017 um 17 Uhr in der Badischen Kelter in Kürnbach

TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Feststellung der Beschlussfähigkeit durch die 1. Vorsitzende Sarina Pfründer
TOP 3 Bekanntgabe neuer Vereinsmitglieder
TOP 4 Vorstellung des Geschäftsberichts 2016
TOP 5 Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstandes
TOP 6 Vorstellung und Beschluss Wirtschaftsplan 2018
TOP 7 Wahlen der Vereinsgremien
a) Vorstand
b) Kassenprüfer
c) Neumitglied Auswahlausschuss
TOP 8 Neues aus der LEADER Geschäftsstelle
TOP 9 Verschiedenes
TOP 10 Termine

 

Vorgeschlagene Tagesordnung der Sitzung des Auswahlausschusses am 29.06.2017 um 18 Uhr in der Badischen Kelter in Kürnbach

TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung und Beschlussfähigkeit
TOP 3 Beratung und Beschlussfassung der vorliegenden sechs Projektanträge
TOP 4 Beschluss über Datum, Umfang und Ausstattung des 6. Projektaufrufes
TOP 5 Änderung der Projektauswahlkriterien
TOP 6 Verschiedenes

 

Die LEADER- Arbeitsgruppe „Kulturlandschaft Kraichgau“ trifft sich wieder zur Weiterentwicklung und Verwirklichung von Projektideen! Das Treffen findet statt am Montag, den 26.06.2017 um 18 Uhr in Kraichtal-Oberöwisheim (KulturScheune, Bachstr. 30, 76703 Kraichtal). Als Thema möchten wir dieses Mal gerne die Projektidee „Kiosklandschaft Kraichgau“ in den Fokus stellen. Wir beschäftigen uns mit dem Ziel, Wanderern und Radfahrer die Möglichkeit zu bieten, sich bei ihren Pausen mit regionalen Produkten zu versorgen, so dass auch unsere heimischen Erzeuger vom Tagestourismus profitieren können. Gemeinsam soll überlegt werden, wie und ob diese Idee umgesetzt werden kann und welche Ansätze und Herausforderungen die Realisierung diese Idee birgt. Wir bitten um eine Anmeldung mit einer E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir freuen uns über jeden der sich einbringt!

Die Arbeitsgruppen sind Teil des LEADER –Prozesses und ein wesentliches Merkmal des „bottom up“ Prinzips, mit dem die Region gemeinsam gestaltet werden soll. In den Arbeitsgruppen sollen sich Experten und Interessierte zu den jeweiligen Themen aus Kommunen, Vereinen und Verbänden und der privaten Akteure finden und austauschen. Es können alle mitarbeiten, die Interesse an der jeweiligen Thematik haben und sich aktiv einbringen möchten. Wir möchten Sie herzlich einladen, diesen Austausch aktiv zu begleiten.

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Dorothee Wagner
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